Meine Geschichte Teil 1: Wenn das soziale Umfeld wegbricht

Ich möchte dich in den nächsten Berichten mit in meine Geschichte nehmen und dir ganz offen erzählen, welche Ereignisse mein Leben positiv und negativ verändert haben.

Los ging es im Jahr 2011, als mein soziales Umfeld zu großen Teilen wegbrach.

Vorab möchte ich noch betonen, dass ich niemandem, der daran beteiligt war, die Verantwortung dafür geben möchte, dass es mir schlecht ging. Es war ausschließlich meine Art damit umzugehen!

Ich stand kurz vor dem Abschluss meines Studiums, als sich mein erster Freund von mir trennte. Da kam mir meine Abschlussarbeit gerade recht- ich stürzte mich in die Arbeit und lenkte mich außerdem ab, indem ich sehr oft mit Freunden feiern ging. So hatte ich keine Zeit, um lange über die Trennung nachzudenken und ließ Traurigkeit einfach nicht zu.

Nachdem ich mein Studium erfolgreich beendet hatte, beschlossen meine Mitbewohnerin und ich unsere „Studenten- WG“ aufzulösen und uns eigene Wohnungen zu suchen.
Sie war für mich wie ein Familienersatz, da ich als ich mit 18 Jahren nach Hamburg gezogen bin, dort niemanden kannte und wir sehr viel Zeit miteinander verbracht haben. Als ich mich dann drei Jahre später auf die Suche nach meiner ersten eigenen Wohnung machte, war mir noch gar nicht bewusst, was für ein großer Schritt das für mich sein wird.

Etwa zur selben Zeit verkündeten meine Eltern mir, dass sie sich scheiden ließen. Und das riss mir rückblickend dann endgültig den Boden unter den Füßen weg. Es war zwar keine wirkliche Überraschung für mich, da ich natürlich mitbekommen habe, dass meine Eltern sich schon lange voneinander entfernt hatten, aber ich habe dennoch nicht damit gerechnet, dass sie es tatsächlich tun werden.
Auch in diesem Fall ließ ich keine Traurigkeit zu. Ich dachte mir „Ich bin alt genug. Das ist doch nicht so schlimm. Ich muss damit klarkommen…“ Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich einmal geweint habe.

Diese drei Ereignisse haben dazu geführt, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben alleine gefühlt habe. Ich musste plötzlich erwachsen werden und die Verantwortung für mein Leben übernehmen. Das Alles war mir währenddessen überhaupt nicht bewusst, denn ich habe mich ja immer abgelenkt- der erste Job, die erste eigene Wohnung,… Da war kein Platz für Traurigkeit!

Heute kann ich jedoch sagen, dass sich negative Emotionen nicht einfach so wegdrücken lassen und dann sind sie für immer weg. Bei mir haben sie sich ihren Weg gesucht und einige Zeit später in Extremen gezeigt. Daraus habe ich also gelernt, dass es so wichtig ist, negative Ereignisse zu verarbeiten und sich dafür Zeit zu nehmen. Das gehört zum Leben dazu, es verläuft nicht linear, sondern wie eine Berg- und Talfahrt.

Wir haben verschiedene Säulen im Leben, die uns Stabilität geben. Neben dem sozialen Netz gehören beispielsweise die Finanzen, der Beruf, die Gesundheit und die innere Haltung dazu.
Bricht eine dieser Säulen weg, verlieren wir an Stabilität und können schonmal aus dem Gleichgewicht geraten. Dann ist es umso wichtiger, dass die anderen Säulen uns auffangen können.

Heute bin ich dankbar für diese Herausforderungen in meinem Leben, denn sie waren der Startschuss für meine persönliche Entwicklung. Auch wenn der Weg zunächst sehr steinig war und ich einige Krisen durchleben musste, weiß ich heute, wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, wofür es gut war und habe daraus das Grundvertrauen entwickelt, dass am Ende immer alles gut wird.

„Ohne Dunkelheit können wir das Licht nicht sehen.“

Dieses Zitat ist mir in einem Coaching begegnet und ich möchte dir in diesem Artikel erzählen, was es für mich bedeutet.

Steckst du vielleicht gerade in einer schwierigen Lebensphase und fragst dich, warum ausgerechnet dir das passieren muss?

Nun, ich bin der festen Überzeugung, dass alles in unserem Leben aus einem bestimmten Grund passiert, auch wenn wir diesen oft erst viel später erkennen.

In meinem Leben verändert sich gerade sehr viel zum Positiven und heute verstehe ich, warum ich durch die schlimmen Jahre der Sportsucht, Essstörungen und Depression gehen musste. Ohne diese Erfahrungen wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Diese dunkle Zeit hat mich geprägt und auch dazu gebracht, mich tiefgründig mit mir auseinanderzusetzen. In der Therapie habe ich gelernt, auch mal nach Innen zu blicken und mir Fragen zu stellen, wie:

Wie geht es mir denn überhaupt?
Wie fühle ich mich?
Warum tue ich das was ich tue?
Und was wünsche ich mir wirklich?

Meiner Meinung nach sind das ganz bedeutsame Fragen, die sich jeder von uns regelmäßig beantworten sollte.

Es war ein langer Lernprozess, aber heute stehe ich viel mehr mit mir und meinem Körper in Verbindung, nehme es wahr, wenn mich etwas stresst oder berührt und versuche viel achtsamer mit mir umzugehen und meinen Gefühlen Raum zu geben, anstatt sie durch Ablenkung zu blockieren.

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In der Dunkelheit habe ich mich auf die Suche nach dem Licht gemacht.
Ich habe nach einiger Zeit erkannt, dass ich nicht mehr der Mensch sein wollte, der ich war und wollte meinem Leben mehr Sinn geben. So fing ich an, mich mit Themen wie Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität auseinanderzusetzen und saugte wie ein Schwamm alles auf, was mir die Frage beantworten könnte, wer ich überhaupt sein will. Diese Frage lässt sich nicht von heute auf morgen beantworten. Bei mir ist es ein jahrelanger Prozess und ich kann immernoch nicht sagen, dass ich bei der Antwort angekommen bin. Aber ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin, nämlich auf meinem persönlichen, authentischen Weg.

Heute bin ich dankbar für alles, was ich damals erfahren habe und so absurd es klingen mag, ich würde im Nachhinein nicht auf diese Erlebnisse verzichten wollen, auch wenn sie so schmerzhaft waren. Auf meinem Weg der Genesung ist in mir der tiefe Wunsch entstanden, mich für andere Frauen einzusetzen, die ebenfalls eine schwierige Zeit durchleben. Ich möchte ihnen gerne eine Stütze sein und sie auf dem Weg zu ihrem Licht begleiten.

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Das Licht steht für mich auch für Optimismus. Durch meine Lebenserfahrungen habe ich eine sehr optimistische Lebenseinstellung bekommen, weil ich darauf vertraue, dass am Ende immer alles gut wird. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels!

Ich bin offen für Veränderung, kann Altes loslassen, möchte nicht länger an negativen Glaubenssätzen festhalten und mich Neuem voller Vorfreude öffnen. Ich genieße das Abenteuer der Veränderung und kann kaum erwarten, was noch auf mich zukommt.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

Falls auch du Lust auf Veränderung hast und dich auf die Suche nach deinem Licht machen möchtest, schreibe mir gerne eine E- Mail. Ich freue mich auf dich!

„Du bist was du isst!“

In diesem Artikel möchte ich darüber berichten, welche Bedeutung Ernährung für mich hat und wie sich das im Laufe der Zeit verändert hat.

Vorab kann ich verraten, dass es eine lange Zeit in meinem Leben gab, in der Essen mehr Feind als Freund für mich war und ich mir gewünscht habe, das Essensbedürfnis einfach abzustellen.

Aber fange ich mal von Vorne an. Von meiner Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter war Ernährung nie ein Thema für mich. Ich habe mich weder gefragt, was gesund oder ungesund ist, noch irgendwelche Diäten gemacht und würde mich zu dieser Zeit als „Intuitiven Esser“ beschreiben.
Das änderte sich, als ich mir eine neue Herausforderung im Sport suchte und anfing mehr zu trainieren. Damit stieg auch mein Interesse für „gesunde“ Ernährung, denn ich dachte ich könnte durch eine Ernährungsumstellung noch mehr aus meinem Körper rausholen und meinen sportlichen Erfolg steigern. So fing ich also an, mein Toast oder Crunchy- Müsli am Morgen durch Magerquark mit Süßstoff und Beeren zu ersetzen und Kalorien zu zählen. Ich wog jede Mahlzeit aufs Gramm genau ab und schrieb alles, was ich gegessen hatte in ein kleines Buch, um den Überblick über meine Kalorienaufnahme zu behalten. Diese Umstellung fiel mir überhaupt nicht schwer. Ich hatte Spaß daran, meine Ernährung zu kontrollieren und würde sogar sagen, es ist neben dem täglichen Sport zu meinem Hobby geworden. Ich sah sehr schnelle körperliche Erfolge, fühlte mich anfangs fit und bekam viele Komplimente für mein Aussehen und meine Disziplin.

Ehe ich mich versehen konnte, stecke ich mitten in einer Essstörung. Ich war so motiviert durch meine körperliche Veränderung, dass ich mich immer weiter optimieren wollte und immer weniger aß. So wurden aus der Anerkennung von Außen schnell Kommentare wie „Jetzt reicht es aber.“ Oder „Ich habe dir Kuchen mitgebracht, du kannst es vertragen.“

Essen ist zu einem zentralen Punkt in meinem Leben geworden und ich konnte die Kontrolle nicht mehr loslassen, obwohl es mir längst nicht mehr gut ging. Ich verlor meine Energie und Lebensfreude, alles erschien mir belastend und anstrengend. Schließlich wurde bei mir Anorexie (Magersucht) diagnostiziert und ich musste eine lange Therapie machen, da ich es ohne Hilfe nicht geschafft hätte.
Nach dem Klinikaufenthalt schlug meine Ernährung eine andere Richtung ein. Ich hatte das Gefühl mein Essverhalten und damit auch meinen Körper nicht mehr kontrollieren zu können und fühlte mich durch diesen Kontrollverlust emotional immer schlechter. So entwickelte sich aus der Anorexie ein Binge Eating (emotionales Essen). Es war, als würde sich mein Körper all die „bösen“ Lebensmittel zurückholen, die ich mir zuvor verboten hatte und ich wollte mich plötzlich nur noch von Süßigkeiten ernähren. Meine anfängliche Disziplin schlug also um in maßlose Völlerei. Zu diesem Zeitpunkt begann meine Reise von einer Diät zur nächsten, da ich mich mit meiner starken Gewichtszunahme nicht zufrieden geben wollte und mir meine Kontrolle zurückwünschte. Ich scheiterte jedoch jedes Mal kläglich. Jeder Verzicht führte wieder zu schlimmen Essanfällen und am Ende wog ich immer mehr als vorher. Ich war zu dieser Zeit sehr verzweifelt und verlor den Glauben an mich. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie ich damals so diszipliniert sein konnte und nun das komplette Gegenteil der Fall war.

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Apfel oder Eis?

Essen war einerseits die größte Befriedigung für mich und andererseits hasste ich es und wünschte mir den Essensdrang einfach abstellen zu können, weil es mich jedes Mal noch unglücklicher machte.

Es war ein jahrelanger Leidensweg und ich kann gar nicht genau sagen, zu welchem Zeitpunkt es wieder in eine andere Richtung ging.

Ich fing an, mich sehr intensiv mit mir auseinanderzusetzen und arbeitete an meiner inneren Einstellung. Dadurch wurde ich insgesamt gelassener. Hinzu kamen neue Projekte, auf die ich meine Aufmerksamkeit lenkte und somit dem Essen wieder weniger Aufmerksamkeit schenkte. Man kann sagen, dass ich nach und nach immer gleichgültiger wurde, was das Essen angeht, da ich in den vergangen Jahren immer wieder gescheitert war und keine Kraft mehr hatte weiter diesen Weg der Extreme zu gehen. Mein Wunsch war und ist es, ganz normal und intuitiv zu essen, wie ich es bis zum Einstieg in meine Sportlaufbahn gemacht habe.

Heute kann ich sagen, dass ich es geschafft habe und auf einem sehr guten Weg bin. Ernährung ist mir wichtig, ich interessiere mich nach wie vor sehr für das Thema und versuche ständig dazuzulernen. So habe ich in diesem Jahr beispielsweise eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht und besuche regelmäßig Seminare zu verschiedenen Ernährungsthemen.

Ich versuche mich größtenteils gesund zu ernähren, esse aber genauso gerne auch mal Süßigkeiten oder Fast Food. Ich ernähre mich seit meinem siebten Lebensjahr vegetarisch und heute sogar zu 90% vegan. 90% weil ich mir nichts mehr verbieten möchte und es mir widerstrebt mich an strikte Regeln zu halten. Ernährung ist so ein breit gefächertes Thema, bei dem es für mich kein Schwarz oder Weiß gibt. Jeder hat andere Bedürfnisse und muss für sich individuell herausfinden, was das Richtige für ihn ist. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich meine Diätreise beendet habe und mittlerweile unbeschwert essen kann.

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Heute bedeutet Ernährung für mich vor allem Selbstliebe und Achtsamkeit, denn sie hilft mir, mich mit meinem Körper zu verbinden, meine Bedürfnisse zu spüren und ihm das zu geben was er wirklich braucht.