Wenn es im Leben mal nicht so rund läuft

In diesem Artikel berichte ich dir von einer Herausforderung, in der ich mich aktuell befinde und teile 6 Tipps mit dir, die helfen können, wenn es im Leben mal nicht so rund läuft.

Du machst dir Gedanken über die Zukunft, schmiedest Pläne, gehst erste Schritte, bist voller Motivation und Vorfreude und plötzlich wirst du auf deinem Weg unsanft ausgebremst. Von einem Moment auf den anderen zerplatzt dein Traum wie eine Seifenblase und anstatt einen Schritt vorwärts zu gehen, wirst du drei Schritte zurückgeworfen.

Ich befinde mich aktuell in genau so einer Situation und vielleicht kennst du das auch.

Ich bin bereit für Veränderung und kann sie momentan einfach nicht in die Tat umsetzen, weil mein eigentlich so gut und lang durchdachter Plan nicht aufgeht und sich so schnell auch keine Alternative finden lässt.

Ich bin emotional aufgewühlt, fühle mich traurig, enttäuscht und sogar ein wenig verzweifelt weil ich nicht weiß, wie ich mit der Situation umgehen soll. Impulsiv meldet sich das trotzige Kind in mir, das sagt: „Dann lass´ ich es halt und alles bleibt beim Alten.“ Doch dieser Gedanke schmerzt fast noch mehr, denn ich will doch unbedingt weiterkommen und nicht länger auf der Stelle treten.

Es fällt mir schwer zu glauben, was all die Speaker und Persönlichkeitsentwickler immer prädigen: „Das alles passiert aus einem ganz bestimmten Grund.“ „Es wartet nur noch etwas Besseres auf dich.“ „Das Leben ist immer für dich.“… Obwohl ich diese Sätze selbst oft in den Mund nehme, kann ich mir gerade beim besten Willen nicht vorstellen, wofür das gut sein soll. Es fällt eben leichter so etwas aus der Entfernung zu sagen, als wenn man gerade mitten in einer Krise steckt und es sich einfach so sehr anders gewünscht hat.

Und trotzdem versuche ich mich nach dem ersten Gefühlsausbruch langsam wieder zu fangen und einen klaren Kopf zu bekommen. Es ist voll okay und auch wichtig mal wütend oder traurig zu sein und den Emotionen freien Lauf zu lassen. Aber es bringt mich nicht weiter, länger in meinen negativen Emotionen zu verharren.

Ich überlege mir also, was mir in diesem Moment helfen kann und was ich gerade brauche. Anstatt das Ganze in mich „reinzufressen“, wie ich es sonst so oft tue, möchte ich mich mitteilen und greife zum Handy, um mir nahestehenden Personen davon zu erzählen. Nach dem ersten Gespräch geht es mir schon ein wenig besser. Es tut einfach gut, ein offenes Ohr zu haben, dem ich meine Gefühle ausschütten kann.

Eine weitere Art mich mitzuteilen ist dieser Beitrag, in dem ich genau darüber berichte.
Ich saß eigentlich gerade an einem anderen Blogartikel, als mich die Nachricht erreichte, die mich knallhart auf den Boden der Tatsachen holte. Also warf ich den alten Text über Bord und fing direkt an, meine Gefühle in Worte zu fassen.
Das Schreiben ist für mich ein sehr schönes Tool, wenn ich weder darüber reden, noch unterdrücken möchte, was mich beschäftigt. Es hat mir schon so oft geholfen.

Und nun, wo ich meinen Liebsten davon erzählt habe und diese Zeilen hier schreibe, wie könnte es weitergehen? Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Doch zu Beginn habe ich schon beschrieben, was ich nicht möchte: Aufgeben und alles beim Alten belassen und damit weiter auf der Stelle treten. Stattdessen möchte ich weiterkommen und trotz der Niederlage an meinem Traum festhalten.

Ich gehe also nochmal zurück auf den Startknopf und möchte es erneut versuchen, nur diesmal mit neuen Erkenntnissen im Gepäck, die ich aus meiner Erfahrung mitgenommen habe.

Eine wahrscheinlich sehr wichtige Erkenntnis ist, sich immer nur auf den nächsten Schritt zu fokussieren und nicht zu weit in die Zukunft zu denken.
Ich war in meiner Situation gedanklich schon fünf Schritte weiter, habe mir genau ausgemalt wie es sein wird und mich damit emotional auf die Veränderung eingestellt, obwohl ich noch gar nicht wusste, ob es überhaupt zustande kommt. Deshalb war die Enttäuschung umso größer, denn es ist nicht bloß ein Schritt missglückt, sondern auch alle weiteren.

Außerdem möchte ich mir Kompromisse überlegen. Meine absolute Traumvorstellung ist nicht eingetroffen und dasselbe wird auch nicht nochmal eintreffen- Punkt. Das ist leider so. Also überlege ich mir, auch wenn es schwer fällt, welche Alternativen gibt es? Was könnte mir auch gefallen und mich glücklich machen?
Dieser Schritt braucht womöglich etwas Zeit. Anfangs ist die Enttäuschung einfach zu groß.

Ich werde nun also erstmal ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen, bevor ich mich neu orientiere. Das Wichtigste ist wohl, nach einer Niederlage nicht einfach aufzugeben, sondern wieder aufzustehen und an seinen Träumen festzuhalten.

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Ich fasse noch einmal die Schritte, die mir aktuell helfen und vielleicht auch dir in einer schwierigen Situation helfen können, zusammen:

  1. Lass deinen Emotionen freien Lauf!
  2. Teile dich anderen mit, indem du darüber redest oder schreibst.
  3. Wie könnte es für dich weitergehen?
    – Was wünschst du dir?
    – Was möchtest du nicht?
  4. Nutze deine Erfahrung, um daraus zu lernen. – Was kannst du beim nächsten Mal besser machen?
  5. Welche Kompromisse bist du bereit einzugehen?
  6. Fokussiere dich auf den nächsten, kleinstmöglichen Schritt.

Falls du Interesse daran hast, mit mir gemeinsam an deiner persönlichen Herausforderung zu arbeiten, kontaktiere mich gerne für ein Coaching.
Ich freue mich auf dich!

„Du bist was du isst!“

In diesem Artikel möchte ich darüber berichten, welche Bedeutung Ernährung für mich hat und wie sich das im Laufe der Zeit verändert hat.

Vorab kann ich verraten, dass es eine lange Zeit in meinem Leben gab, in der Essen mehr Feind als Freund für mich war und ich mir gewünscht habe, das Essensbedürfnis einfach abzustellen.

Aber fange ich mal von Vorne an. Von meiner Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter war Ernährung nie ein Thema für mich. Ich habe mich weder gefragt, was gesund oder ungesund ist, noch irgendwelche Diäten gemacht und würde mich zu dieser Zeit als „Intuitiven Esser“ beschreiben.
Das änderte sich, als ich mir eine neue Herausforderung im Sport suchte und anfing mehr zu trainieren. Damit stieg auch mein Interesse für „gesunde“ Ernährung, denn ich dachte ich könnte durch eine Ernährungsumstellung noch mehr aus meinem Körper rausholen und meinen sportlichen Erfolg steigern. So fing ich also an, mein Toast oder Crunchy- Müsli am Morgen durch Magerquark mit Süßstoff und Beeren zu ersetzen und Kalorien zu zählen. Ich wog jede Mahlzeit aufs Gramm genau ab und schrieb alles, was ich gegessen hatte in ein kleines Buch, um den Überblick über meine Kalorienaufnahme zu behalten. Diese Umstellung fiel mir überhaupt nicht schwer. Ich hatte Spaß daran, meine Ernährung zu kontrollieren und würde sogar sagen, es ist neben dem täglichen Sport zu meinem Hobby geworden. Ich sah sehr schnelle körperliche Erfolge, fühlte mich anfangs fit und bekam viele Komplimente für mein Aussehen und meine Disziplin.

Ehe ich mich versehen konnte, stecke ich mitten in einer Essstörung. Ich war so motiviert durch meine körperliche Veränderung, dass ich mich immer weiter optimieren wollte und immer weniger aß. So wurden aus der Anerkennung von Außen schnell Kommentare wie „Jetzt reicht es aber.“ Oder „Ich habe dir Kuchen mitgebracht, du kannst es vertragen.“

Essen ist zu einem zentralen Punkt in meinem Leben geworden und ich konnte die Kontrolle nicht mehr loslassen, obwohl es mir längst nicht mehr gut ging. Ich verlor meine Energie und Lebensfreude, alles erschien mir belastend und anstrengend. Schließlich wurde bei mir Anorexie (Magersucht) diagnostiziert und ich musste eine lange Therapie machen, da ich es ohne Hilfe nicht geschafft hätte.
Nach dem Klinikaufenthalt schlug meine Ernährung eine andere Richtung ein. Ich hatte das Gefühl mein Essverhalten und damit auch meinen Körper nicht mehr kontrollieren zu können und fühlte mich durch diesen Kontrollverlust emotional immer schlechter. So entwickelte sich aus der Anorexie ein Binge Eating (emotionales Essen). Es war, als würde sich mein Körper all die „bösen“ Lebensmittel zurückholen, die ich mir zuvor verboten hatte und ich wollte mich plötzlich nur noch von Süßigkeiten ernähren. Meine anfängliche Disziplin schlug also um in maßlose Völlerei. Zu diesem Zeitpunkt begann meine Reise von einer Diät zur nächsten, da ich mich mit meiner starken Gewichtszunahme nicht zufrieden geben wollte und mir meine Kontrolle zurückwünschte. Ich scheiterte jedoch jedes Mal kläglich. Jeder Verzicht führte wieder zu schlimmen Essanfällen und am Ende wog ich immer mehr als vorher. Ich war zu dieser Zeit sehr verzweifelt und verlor den Glauben an mich. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie ich damals so diszipliniert sein konnte und nun das komplette Gegenteil der Fall war.

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Apfel oder Eis?

Essen war einerseits die größte Befriedigung für mich und andererseits hasste ich es und wünschte mir den Essensdrang einfach abstellen zu können, weil es mich jedes Mal noch unglücklicher machte.

Es war ein jahrelanger Leidensweg und ich kann gar nicht genau sagen, zu welchem Zeitpunkt es wieder in eine andere Richtung ging.

Ich fing an, mich sehr intensiv mit mir auseinanderzusetzen und arbeitete an meiner inneren Einstellung. Dadurch wurde ich insgesamt gelassener. Hinzu kamen neue Projekte, auf die ich meine Aufmerksamkeit lenkte und somit dem Essen wieder weniger Aufmerksamkeit schenkte. Man kann sagen, dass ich nach und nach immer gleichgültiger wurde, was das Essen angeht, da ich in den vergangen Jahren immer wieder gescheitert war und keine Kraft mehr hatte weiter diesen Weg der Extreme zu gehen. Mein Wunsch war und ist es, ganz normal und intuitiv zu essen, wie ich es bis zum Einstieg in meine Sportlaufbahn gemacht habe.

Heute kann ich sagen, dass ich es geschafft habe und auf einem sehr guten Weg bin. Ernährung ist mir wichtig, ich interessiere mich nach wie vor sehr für das Thema und versuche ständig dazuzulernen. So habe ich in diesem Jahr beispielsweise eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht und besuche regelmäßig Seminare zu verschiedenen Ernährungsthemen.

Ich versuche mich größtenteils gesund zu ernähren, esse aber genauso gerne auch mal Süßigkeiten oder Fast Food. Ich ernähre mich seit meinem siebten Lebensjahr vegetarisch und heute sogar zu 90% vegan. 90% weil ich mir nichts mehr verbieten möchte und es mir widerstrebt mich an strikte Regeln zu halten. Ernährung ist so ein breit gefächertes Thema, bei dem es für mich kein Schwarz oder Weiß gibt. Jeder hat andere Bedürfnisse und muss für sich individuell herausfinden, was das Richtige für ihn ist. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich meine Diätreise beendet habe und mittlerweile unbeschwert essen kann.

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Heute bedeutet Ernährung für mich vor allem Selbstliebe und Achtsamkeit, denn sie hilft mir, mich mit meinem Körper zu verbinden, meine Bedürfnisse zu spüren und ihm das zu geben was er wirklich braucht.