Der Fischer und der Geschäftsmann

Viele kennen die Geschichte vom Fischer und dem Geschäftsmann. Ich selbst habe sie schon mehrmals gehört und kann sie gar nicht oft genug hören, da sie so eine wertvolle Botschaft enthält. Sie ist mir zuletzt in dem Buch „Das Café am Rande der Welt“ begegnet, welches ich aktuell lese, und nun möchte ich dir (nochmal) vom Fischer und dem Geschäftsmann erzählen.

Der Geschäftsmann fuhr in den Urlaub in ein kleines Dorf am Meer, um sich von seiner Arbeit und seinem stressigen Alltag zu erholen und neue Energie zu tanken. In dem Dorf traf er auf einen Fischer, der fast jeden Tag dasselbe tat: Er frühstückte am Morgen gemeinsam mit seiner Familie und während seine Kinder in die Schule gingen und seine Frau malte, fuhr er zum Fischen raus, um Fisch für die Familienmahlzeiten zu fangen. Er liebte das Angeln und so viele Fische wie er fing, konnte seine Familie gar nicht essen, weshalb er einen Großteil seines Fangs wieder ins Meer frei ließ. Wenn der Fischer von seiner Bootstour zurückkam, machte er ein Nickerchen, aß gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern und anschließend verbrachten sie die Abende am Strand.

Der Geschäftsmann konnte gar nicht glauben, was er hörte, als der Fischer ihm von seinem Alltag erzählte. „Sie können noch mehr Fische fangen, als Sie für Ihre Familie benötigen und lassen diese wieder frei?“ fragte er verdutzt. „Aber warum verkaufen Sie denn keine Fische? Dann könnten Sie bald einen eigenen Laden eröffnen und sich irgendwann Angestellte und noch mehr Boote leisten, um immer mehr Fische zu verkaufen. Sie könnten innerhalb von zehn Jahren ein internationales Fischhandelsunternehmen aufbauen und viel Geld mit dem Verkauf von Fischen verdienen.“

Der Fischer lächelte den Geschäftsmann an und fragte: „Und warum sollte ich all das tun?“
„Nun, um eine Menge Geld zu verdienen und sich dann zur Ruhe zu setzen. Und wenn Sie nach einigen Jahren Arbeit in den Ruhestand gehen, könnten Sie tun und lassen was immer Sie möchten.“
„Was immer ich möchte?“ fragte der Fischer. „Ja!“.
„Zum Beispiel gemeinsam mit meiner Familie frühstücken?“ „Ja zum Beispiel!“ antwortete der Geschäftsmann etwas irritiert, weil er mehr Begeisterung für seine Idee erwartet hatte.
„Und anschließend könnte ich zum Fischen rausfahren, weil ich das ja so liebe, und die Abende mit meiner Familie am Strand verbringen?“ ergänzte der Fischer. „Ja genau, was immer Sie möchten.“ sagte der Geschäftsmann.

Der Fischer verabschiedete sich freundlich und wünschte dem Geschäftsmann gute Erholung.

Mir hat diese Geschichte die Augen geöffnet: Wir müssen nicht bis irgendwann warten, um die Dinge zu tun, die wir gerne machen möchten.
Wir arbeiten aufs Wochenende hin, auf den nächsten Urlaub oder auf den Ruhestand, um uns dann von der Arbeit zu erholen und das zu tun, was wir wirklich tun möchten.

Aber wer hat uns denn gesagt, dass wir nicht von unserer Leidenschaft leben können? Wer hat uns beigebracht, dass wir unser halbes Leben mit einem Beruf Geld verdienen müssen, der nicht unserem Zweck der Existenz entspricht und uns im schlimmsten Fall sogar krank macht?

Der Fischer lebt nicht in finanziellem Reichtum und hat dennoch alles, was er zum Leben braucht und ist dabei auch noch glücklich. Während der Geschäftsmann viel Geld verdienen muss, um in den Urlaub fahren zu können und sich von seiner Arbeit zu erholen.

Man könnte jetzt denken, wenn alle nur noch das täten, was sie wirklich tun möchten und was sie glücklich macht, dann würde niemand mehr arbeiten. Aber das stimmt nicht, denn das hätte nichts mit unserem Zweck der Existenz zu tun. Jeder einzelne von uns ist mit einer Aufgabe auf diese Welt gekommen. Eine Aufgabe, die der Menschheit dienen soll. Wir können nur glücklich und erfüllt leben, wenn wir andere glücklich machen. Was zählt ist also, herauszufinden, was unsere Aufgabe ist, unser Zweck der Existenz und der Grund, weshalb wir hier sind.

Wenn wir das schaffen, müssen wir uns keine Sorgen darüber machen, wie wir davon leben können.

Vielleicht kennst du Menschen, die erfolgreich sind in dem was sie tun und die eine Menge Glück zu haben scheinen. Alles scheint ihnen zuzufliegen und es passieren glückliche Zufälle, die dir niemals passieren würden. Das ist das Gesetz der Anziehung. Wer Gutes mit Leidenschaft tut, zieht auch Gutes an. Du wirst Andere von deiner Passion begeistern und Hilfe bekommen- egal ob vom Universum oder von Menschen in deinem Umfeld. Vertraue darauf, dass es funktionieren wird, wenn du wirklich deiner Leidenschaft nachgehst und die Aufgabe erfüllst, für die du hier bist.

Das klingt jetzt vielleicht etwas überfordernd, so als müssten wir etwas Großes erschaffen und die Welt verändern, aber so ist es nicht. Nehmen wir nochmal den Fischer als Beispiel: Er dient seiner Familie, indem er sie versorgt und Zeit für sie hat. Der Fischer macht seine Frau und seine Kinder glücklich, indem er tut, was ihn glücklich macht. Die Familie hat mit Sicherheit mehr von einem glücklichen, entspannten Vater, als von einem viel beschäftigten Geschäftsmann, der nach einem langen Tag gestresst nach Hause kommt und sich erstmal von der Arbeit erholen muss.

Der Zweck der Existenz ist für jeden von uns ganz individuell und oft ist es eine lange und steinige Reise, bis wir gefunden haben, wofür wir hier sind.

Die Bücher „The Big Five For Live“ und „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky kann ich jedem ans Herz legen, der sich mit seiner Aufgabe für die Welt auseinandersetzen möchte.

HDOM6982

 

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